Coaching und Rhetorik-Seminare in München, Bewerbercoaching, Mitarbeiterentwicklung

 

 

 

Unternehmenskommunikation

Von Stéphane Etrillard

Mitarbeitergespräche heute oder Neue Chancen für eine erfolgreiche Unternehmenszukunft

Ein Interview von Managementtrainer und Fachautor Stéphane Etrillard mit Doris Marx-Ruhland, Expertin im Bereich der Mitarbeiterkommunikation und Mitarbeitergespräche.


Stéphane Etrillard:
Frau Marx-Ruhland, Sie haben sich als erfolgreiche Trainerin auf dem Gebiet Mitarbeitergespräche profiliert und beraten führende Unternehmen im Bereich der Mitarbeiterkommunikation. Was bedeutet für Sie Unternehmenskommunikation und was wird dadurch impliziert?

Doris Marx-Ruhland:
Der Begriff der Unternehmenskommunikation ist mehrdimensional und wandelt in seiner Bedeutung. Bezogen auf die Unternehmensführung ist es eine Art, feinsinnige Prozesse zu vermitteln, die eine Verständigung unter- und miteinander im unternehmerischen Kontext erfordern. Im Zusammenhang mit der allgemeinen Unternehmensentwicklung ist die Unternehmenskommunikation ein wichtiges Gestaltungselement der Unternehmenspläne, -maßnahmen, und -organisation für die Optimierung der Gewinnsteigerung auf allen Ebenen.

Stéphane Etrillard:
Die Ergebnisse unserer aktuellen Studie zum Thema "interne Unternehmenskommunikation", die wir im Management Institute SECS durchgeführt haben, zeigte, dass die interne Unternehmenskommunikation als ein ernstes Personalmanagementproblem in vielen Unternehmen auftritt. 84 % der Studienteilnehmer sind der Meinung, dass die interne Unternehmenskommunikation ihrer Unternehmen mangelhaft und dürftig ist. Wie erklären Sie diese beunruhigende Gegebenheit aus der Sicht einer Expertin?

Doris Marx-Ruhland:
Trotz scheinbarer Komplexität lässt sich diese Gegebenheit ziemlich einfach erklären. Auf der einen Seite ist es damit verbunden, dass die Unternehmensführung sich oft nicht als Kommunikationszentrum eines Unternehmens ansieht und dementsprechend abwesend handelt. Als Folge dieses abwesenden Handelns ergeben sich dann viele interne Kommunikationsschwierigkeiten, die letztendlich zu einem steuerlosen Beziehungsmanagementdesaster innerhalb eines Unternehmens führen. Dies projiziert sich negativ in Form einer Kettenreaktion auf unterschiedliche Unternehmensbereiche. Auf solche Art und Weise entstehen Informations-, Vertrauens-, Produktivitätsverluste etc., die eine effiziente Unternehmensentwicklung so gut wie unmöglich machen. Auf der anderen Seite verknüpft sich dieses Problem in einem engen Bezugszusammenhang mit dem Aspekt der Persönlichkeitsentfaltung jedes einzelnen Mitarbeiters auf der individuellen Ebene. Denn da, wo die allgemeine Unternehmenskommunikation eine negativ geladene Atmosphäre erzeugt, leidet auch die Motivation, Zufriedenheit und Anerkennung.

Stéphane Etrillard:
Frau Marx-Ruhland, von der Art dieser Problematik her, scheint es in der Tat so zu sein, dass ein erfolgreiches Unternehmenskommunikationsnetz viel davon abhängig ist, wie eine Unternehmensführung als eine beispielgebende Kommunikatoren-Gruppe die Unternehmensgespräche zu einer Unternehmenssprache, die Unternehmenssprache zu einer Unternehmenskultur und die Unternehmenskultur zu einer Unternehmensphilosophie gestaltet. Wie lassen sich diese Veränderungsprozesse in Rahmen eines Unternehmensdesigns erörtern?

Doris Marx-Ruhland:
Ihre Frage lässt sich in diesem Kontext aus mehreren Sinnesperspektiven beantworten. Dies ist damit verbunden, dass jedes partikuläre Unternehmen und damit jede einzelne Unternehmensführung ein einzigartiges Kommunikationsmodell präsentiert und sich für unterschiedliche unternehmenskommunikative Lösungen entscheidet. Die individuelle Gestaltung der Unternehmenskommunikation hängt gewissermaßen von solchen Aspekten ab wie zum Beispiel der Unternehmensgröße, -spezialisierung, -Marktpositionierung etc. Dementsprechend verlaufen auch die Veränderungs- bzw. Entwicklungsprozesse im Rahmen eines Unternehmens genauso wie die interne Kommunikation unterschiedlich. Bei dem ganzen etwas abstrakten Hintergrund der Unternehmensabläufe lässt sich allerdings behaupten, dass ein Mitarbeitergespräch alles mögliche und kein banales Klischee, wie es einige der Manager bezeichnen, ist! Denn ein Mitarbeitergespräch ist öfter nicht nur ein mündlicher Gedankenaustausch über ein bestimmtes Thema, sondern viel mehr eine Herausforderung sowohl für einen Manager als auch für einen Mitarbeiter, mit der die beiden persönlich und professionell in einer gesunden kommunikativen Umgebung wachsen bzw. sich entfalten. Führungskräfte aller Ebenen übersehen oft die Wichtigkeit der Mitarbeitergespräche - dadurch auch den Gesprächspartner oder anders gesagt, das Aktionsfeld der Veränderungsprozesse und vor allem denjenigen Mitarbeiter, mit dem sie das Gespräch führen.

Stéphane Etrillard:
Leider ist diese Situation wirklich ein verbreitetes Phänomen in vielen Unternehmen. Welche Verbesserungsmöglichkeiten schlagen Sie den Unternehmen vor, um die zwischenmenschlichen kollegialen Beziehungen erfolgreicher und effektiver zu gestalten?

Doris Marx-Ruhland:
Die angenehmen kollegialen Beziehungen beruhen auf drei Hauptelementen: Sympathie, Empathie und Vertrauen. Sie bilden eine Art synergetische Grundplattform, auf der ein Gegenüber, sei es ein Manager oder ein Mitarbeiter, zu einem Partner wird. Aufgrund gewisser übereinstimmungen, Affinitäten, positiver Einstellungen gegenüber einander und der Bereitschaft, sich in die Welt des anderen einzufühlen, entstehen angenehme kollegiale Beziehungen. Als wichtiger Bestandteil der Unternehmenskommunikation sichern sie schon heute neue Chancen für die erfolgreiche Zukunft. Das Mitarbeitergespräch ist in diesem Sinne auch eine dreidimensionale Einheit, die zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft innerhalb eines Unternehmensbewusstseins, seiner Kultur und Philosophie immer präsent ist. Jan Assmann spricht in diesem Zusammenhang über das kulturelle Gedächtnis, Sprache und Personalität: "Das Gedächtnis ist wie Bewusstsein, Sprache und Personalität ein soziales Phänomen, und indem wir uns erinnern, steigen wir nicht nur in die Tiefen unseres ureigensten Innenlebens hinab, sondern bringen eine Ordnung und eine Struktur in dieses Innenleben, die gesellschaftlich bedingt sind und uns mit der sozialen Welt verbinden".

Stéphane Etrillard:
Frau Max-Ruhland, zum Schluss unseres Interviews möchte ich Ihnen eine abschließende Frage stellen: Welche Entwicklung im Bereich Mitarbeiterführung halten Sie für die bedeutendste?

Doris Marx-Ruhland:
Diese Frage lässt viele Antwortmöglichkeiten zu. Ich tendiere jedoch dazu sie mit einem Wort zu beantworten: Einfühlungsvermögen!

Stéphane Etrillard:
Liebe Frau Marx-Ruhland, ich bedanke mich herzlich bei Ihnen für dieses konstruktive Gespräch zum Thema "Unternehmenskommunikation: Mitarbeitergespräche heute oder neue Chancen für die erfolgreiche Zukunft" und wünsche Ihnen viele "wunder"-"volle" Gespräche.





Autorenvita:

Doris Marx-Ruhland verfügt über langjährige Erfahrungen als Human Resources Managerin in internationalen und nationalen Unternehmen. Sie begleitete Firmengründungen und das damit verbundene starke Wachstum sowie Mitarbeiterentlassungen und eine internationale Firmenschließung. Ihre Kunden profitieren hier von ihrer langjährigen Praxiserfahrung. Sie ist Autorin verschiedener Fachartikel zum Thema Mitarbeitergespräche. In ihren Beratungen legt sie großen Wert auf Einfühlungsvermögen und Vertrauen beim Führen von Gesprächen mit Mitarbeitern und sieht dies als Grundvoraussetzung für den Unternehmenserfolg. Mit Ihren innovativen Erfolgskonzepten zeigt Doris Marx-Ruhland, dass die Mitarbeitergespräche eine der signifikantesten Rolle für erfolgreiche Unternehmensentwicklungsprozesse einnehmen.

Stéphane Etrillard ist ein gefragter Management- und Kommunikationstrainer und Buchautor, er zählt zu den innovativen Seminarleitern der neuen Generation. Seine Schwerpunkte sind anspruchsvolle Management- und Vertriebsworkshops. Auch mit Privatcoachings sowie offenen Seminaren im Bereich Rhetorik, Dialektik und Selbst-PR ist er branchenübergreifend erfolgreich. Er vermittelt Kompetenz "aus der Praxis für die Praxis". Sein bewährtes Know-how ist in den letzten 8 Jahren in der Begleitung von über 3000 Führungskräften und Verkäufern aus unterschiedlichsten Branchen in Intensiv-Workshops entstanden. Seine Seminare führte er bis jetzt in Deutschland, Österreich, in der Schweiz, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Italien sowie Russland durch. Zu seinen Privatklienten zählen Manager aus Top-Unternehmen, mittelständische Unternehmer und Politiker. Durch zahlreiche Publikationen ist er als Fachautor einem breiteren Publikum bekannt geworden. Seine Bücher zählen zu den Business-Topsellern. Er ist Herausgeber des monatlich erscheinenden Managementbriefs-Rhetorikbriefs.